Wie vermehren sich Gärtner? Durch Ableger!

Kein Witz! Das ist wirklich so: „Möchtest du einen Ableger?“, „Willst du Samen von mir?“ sind typische Fragen unter uns Hobbygärtnern. So, wie am Pfingstmontag, als wir eine Freundin zum Kaffee besuchten – und mit neuen Pflanzen und Samen zurückkamen.

Wurzelableger einer Sauerkirsche.
Wurzelableger einer Sauerkirsche.

„Das sind die Kirschen, die der Baum letztes Jahr getragen hat.“

sagt Esther, als sie ihren Kirschkuchen auf den Tisch stellt.

Esther und ihren Mann kenne ich schon lange. Die beiden haben einen großen Garten um ihr Haus und freuen sich seit einigen Jahren über anständige Ernten von Kräutern, Obst, Gemüse und natürlich über Blumen.

Als Esther unseren Artikel über die Bundesgartenschau gelesen hat, lud sie uns zum Kaffeetrinken in ihren Garten ein. Sie hatte Wurzelableger ihres Kirschbaums in Wasser gestellt und wurzeln lassen. Weil Timo so gerne Mohnblumen sieht, wollte sie ihm Samen dafür geben. Doch dabei blieb es nicht.

„Willst du …?“

Bei der Runde durch den Garten fragt Esther „Willst du …?“ Kurz darauf haben wir einen dicken Bund ewige Zwiebeln, einen Bund Baldrianpflanzen und ein Borretsch-Pflänzchen aus der Erde geholt und die Wurzelballen in feuchtes Zeitungspapier gewickelt, damit sie nicht austrocknen. Die werden wir zuhause schnellstmöglich in die Erde bringen.

Esther geht noch einmal durch ihren Garten und pflückt: Mohnkapseln von zwei Sorten, Samenkapseln ihrer Schwertlilien und vom Rittersporn. Die stecken wir in eine Papiertüte, damit die Samen nicht faulen, wie sie es in Plastik tun würden. Die werden wir jetzt trocknen lassen und später säen.

Einfach schön: Gärtner helfen sich gegenseitig

So läuft es auch im Gemeinschaftsgarten unter uns Gärtnern: „Willst du einen Ableger?“, „Ich habe noch Samen, willst du welche?“, „Schaut mal, dass ihr eure Erdbeeren nach der Ernte ausdünnt.“ Jemand hat ein Problem, ein anderer hat die Lösung oder einen Rat. Ist mal einer im Urlaub oder krank, kann man immer jemanden bitten, zu gießen.

Überraschend war für mich, dass sich Gärtner auch online gegenseitig helfen. In den Facebook-Gartengruppen werden Samen und Ableger oft verschenkt und getauscht. Besonders wenn Unwetter – wie Hagel der vergangenen Wochen – die harte Arbeit zerstört haben. Gestern hatte ein Besitzer einer Gärtnerei den Geschädigten angeboten, ihnen kostenfrei mit Pflanzen auszuhelfen, soweit er es stemmen kann. Nur das Porto sollte bezahlt werden.

Von welcher Pflanze hättest du gerne Ableger?

Das ist das Schöne am Gärtnern. Du brauchst nicht viel dazu: Ein Töpchen, ein bisschen Erde und einen Samen von einem Obst, das du vorher gegessen hast – oder einen Ableger. Und schon kann’s losgehen. Wir werden demnächst auch Erdbeer-Ableger an Beet-Nachbarn verschenken. In der Hoffnung, dass sie gedeien.

Was würdest du gerne beim Wachsen zusehen und ernten können? Bitte schreib mir einen Kommentar.

Ableger und Samen im BetonAcker
Ableger einer Erdbeer-Pflanze, die wir bei einem unserer Beet-Nachbarn gesehen haben.

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